Mein Tag der offenen Tür beim Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt
Sonntagmorgen, 7.00 Uhr, Regen in Deutschland. Was sonst….
Davon unbeeindruckt machte ich mich in aller Ruhe für das Riesenevent fertig, checke kurz vorher noch im Internet die aktuelle Verkehrs-und Wetterlage. So gegen 09.30 machte ich mich auf den Weg. Wider jeder Erwartung kam ich recht zügig voran und erreichte schließlich meinen Parkplatz bei Porta in Köln-Lind.
Oh, mein Gott, der Parkplatz schon supervoll, eine Schlange bis zum Shuttle-Bus, die seinesgleichen sucht. Wahnsinn, eine ganze halbe Stunde dauerte es, bis ein Einstieg in den Bus möglich war. Mit dem Bus ging es in ca. 10 Minuten bis zum Haupteingang des DLR. Dort war bereits alles offen und die Besuchermassen strömten nur so auf das Gelände.
Dieses Gelände ist riesig, von Eingang bis hinterem Ende dauert es bei zügigem Gehen ca. 25 Min. Von rechts nach links nochmal ca. 15 Min. Somit kann man sich in etwa die Größe vorstellen. Gleich beim Eingang wurden alle mit Flyern versorgt, die Hinweise zur Besichtigung enthielten. Für Kinder und für Erwachsene je einen eigenen Flyer. Rechte Hand war ein Infozelt, wo man sich mit Zeitschriften, versch. Flyern und einer Plastiktüte eindecken konnte.
Auf dem riesigen Areal verteilten sich Verkaufsstände an denen man Getränke und Essen erwerben konnte. Es war für jeden etwas dabei, von Cola –Bier, von Fritten- Schwenkgrillgut war alles möglich. Sitzgelegenheiten, Toiletten und Erste Hilfe waren überall gegeben.
Doch ich war neugierig auf die Tätigkeiten der Forscher, Wissenschaftler, Tüftler und last but not least auf die Astronauten. Mal sehen, was in den letzten 2 Jahren alles anders geworden war. Erst einmal stellte ich fest, dass sich das Areal verändert hatte und zwar positiv. Überall waren Baustellen oder Schilder die auf Bauten hinwiesen, die in Kürze erfolgen sollen. Alles, damit die Forschung besser praktiziert werden kann, ohne dass diese erst kreuz und quer durch BRD müssen. Auch der Bau des Envihab ist schon begonnen worden. Davon später mehr.
Rechts starteten in kurzen Abständen mehrere Helikopter für Rundflüge. Den ganzen Tag waren diese unterwegs. Für 6-10 Min. ca. 40 Euro ist ein guter Preis. Linke Hand in der ersten Seitenstraße befand sich ein Vortragszelt und die Pressestelle. Da mehr dort nicht zu sehen war, ging ich weiter und landete bei den Werkstoffen für Morgen. In einer großen Halle mit riesigen Maschinen waren die entsprechenden Werksleiter damit beschäftigt, den Menschen ihre Tätigkeit näher zu erläutern. Die Forschung beschäftigt sich hier mit Materialien die in Verkehr, Luft- und Raumfahrt zum Tragen kommen. Zum einen um Kraftstoff zu sparen, zum anderen um Geräusche zu dezimieren. Die Bereiche sind natürlich erweiterbar u. a. Medizin etc. Auch der Nanobereich wurde immer wieder mal auf dem DLR –Gelände angesprochen. Als ich aus dieser Halle wieder herauskam, konnte ich in einer geradeaus die Ausbildung im DLR bewundern. Diese befasst sich mit allen Berufsbildern und setzt mindestens das Abitur voraus. Dort waren wie auch an verschiedenen Stellen, die Möglichkeit, per Wasserstrahl und mit Sandstrahl verschönte Stahlplatten, PKW in Match box Format oder ebenso kleine Flugzeuge zu erwerben. Diese wurden dort für einen sozialen Zweck des DLR vertrieben. Überall dazwischen befanden sich Möglichkeiten für Kinder spielerisch ihr Wissen zu erweitern. Große, glückliche, lachende und staunende Kinderaugen habe ich gesehen.
Ein paar Schritte weiter konnte man erfahren, wie die Produkte, die unser Leben zukünftig verschönern sollen, erst gedanklich, dann virtuell hergestellt wurden. Nach dieser Stufe werden diese dann in Windkanälen in verschiedenen Größen auf dem Gelände erprobt, bevor die nächste Stufe erfolgt. Auch Turbinen werden getestet, die ein ruhiges und angenehmes Fliegen ermöglichen, ebenso Kosten und Lärm reduzieren sollen. Auch bei Zügen wird schon stark geforscht wobei ein Zug schon recht fortschrittlich daher kommt mit rasender Geschwindigkeit und durch entsprechende Windkanaltestung, kostengünstig und lärmdezimiert. Es wird Zeit, dass dieser endlich auf den Schienen fährt und zum Beispiel im Rheintal seine Anwendung findet. Auch sucht man nach wie vor nach einem Material, was genauso gut ist wie die Gleise und Zugräder, jedoch weniger anfällig und auch lärmreduzierend.
Die Sternwarte Bochum hatte in der Nähe ein Zelt aufgestellt um den kleinen Besuchern die Sternenwelt näher zu bringen, doch auch Erwachsene wurden hier rasch wieder zu Kindern….
Vom Hauptweg wieder rechte Hand in einer Seitenstraße war die Wirkung der Sonne zu entdecken. Dort stand ein Sonnenkollektor in silbriger Schalenform, der die Sonnenstrahlen auffing. Dort konnte man mit genügend Sonnenkraft kochen oder ein Ei braten. Auch wurde auf die Wirkung der Sonne im Alltag und in der Stromerzeugung hingewiesen. Hochinteressant für Jedermann. Selbstverständlich konnten auch hier wie überall auf dem ganzen Areal Fragen an die entsprechenden Wissenschaftler etc. gestellt werden. Diese wurden nie müde über ihre Tätigkeiten und Fortschritte zu berichten. Sie waren stets hocherfreut, wenn jemand auftauchte, der sich bereits näher mit der Materie befasst hatte und nun gute Fragen stellten. Hervorragende Wissenschaftler etc. nehmen diese Fragen als Anregung zu ihrer Forschung.
In einer Seitenstraße besuchte ich nun mehrere interessante Stellen. Zum ersten das Kontrollzentrum für Raumfahrtexperimente. Hier kann auf verschiedene Satelliten und auf das Columbusmodul an der ISS zugegriffen werden. So langsam kommen wir zu meinem Gebiet, die Raumfahrt. Hier stellte ich den Wissenschaftlern fragen, die diese freudig beantworteten und erstaunt waren über mein Wissen. Da sind diese gleich nochmal mehr dabei und beantworten alles bis ins Detail. Wirkliches Interesse wird immer honoriert. Dort nutzte ich die Gelegenheit mich einen Moment hinzusetzen um das Erlebte erst einmal ein wenig, neben meinem Körper, zu sortieren.
Frisch erholt machte ich mich dann auf um einen Blick ins Biolabor und ins DLR Schoollab zu werfen. Im Biolabor befindet sich die Luft-und Raumfahrtmedizin. Hier steht die Kurzarmzentrifuge um die Schwerkraft zu simulieren, desweiteren werden hier die Parabelflüge ausgewertet und an verschiedenen Geräten die Schwerelosigkeit simuliert. Diese müssen alle durchlaufen die Pilot oder Astronaut werden wollen, wobei die Astronauten noch mehr aushalten müssen. Wer hier weiterkommt, für den geht es dann die Hauptstraße weiter zum EAC. Doch zum EAC später mehr.
In dem DLR Schoollab können Kinder und Jugendliche sich mit allen Bereichen des DLR vertraut machen und werden dort mit Experimenten, verschiedenen Tests, Vorträgen, etc.spielerisch an alles herangeführt. So kann man sich auch am Girls-Day oder am Boys-Day über die Schulen dort melden. Viele Schulklassen sind dort schon gewesen und die in ganz BRD heißbegehrten DLR Schoollabs sind jetzt schon auf lange Zeit ausgebucht. Es wird jetzt bereits darüber nachgedacht, selbst in den Sommerferien noch zwei Wochen, eine am Anfang und eine am Ende dafür zu nutzen und das DLR Schoollab zu öffnen, um dem Andrang gerecht zu werden.
Studenten aus allen Bereichen sind auch sehr daran interessiert beim DLR ihre Doktorarbeit en etc. zu absolvieren. Denn es ist genauso wichtig beim DLR gewesen zu sein, wie bei NASA, Yale und Harvard.
Mit weiterem Wissen vollgepackt und sehr interessanten Eindrücken, begebe ich mich nun zum nächsten großen Abschnitt. Dort ist nun das Verwaltungsgebäude. Links neben dem Verwaltungsgebäude befindet sich auf einem großen Parkplatz ein riesiges Zelt. Dort ist die Ausstellung „Wunderkammer der Wissenschaft“ von der Helmholtz Gesellschaft. Vor dem Zelt befindet sich zuallererst ein großer Bus, der wie mir erläutert wurde mit Wasserstoff und Brennstoffzellen, Strom erzeugt, was den Bus in allen Bereichen antreibt. Vorzustellen wie ein Dynamo bei einem Fahrrad. Der Bus wird bereits seit einiger Zeit auch im realen Fahrbetrieb erfolgreich getestet.
In dem riesigen Zelt befanden sich nun Videokoffer der Forschungsstelle Jülich, wo unter anderem auch der derzeit größte und modernste deutsche Supercomputer steht. Hier werden unter anderem Simulationen erstellt, bezüglich Klima und dessen Auswirkungen. Auch sind das Gebiet der Medizin und insbesondere der Nanotechnologie hier stark vertreten. Die Sonne in allen Bereichen wird hier stark beforscht. Desweiteren wurden hier auch Roboter ausgestellt die in der Raumfahrt, aber auch in der Forschung (einsetzbar an schwer zugänglichen Stellen), Anwendung finden. Ebenso auch bei Negativereignissen, wie Bombenentschärfung oder Militär. Es gibt halt immer zwei Seiten einer Medaille. Ein PKW mit nur einem Sitz, der über Strom läuft wurde hier vorgestellt. Hierbei war nun neu, dass er selbstständig ein und ausparkt, per Joystick gesteuert wird und auch eigenständig bremst, wenn notwendig. Für Behinderte wäre dieser Wagen ideal, jedoch muss noch verschiedenes abgeklärt und mit verarbeitet werden. Diese hier bereits seit mehreren Jahren vorgestellten PKW befinden sich nach wie vor in der Entwicklung. Immer aufbauend erfreuen sich die Erbauer über die Anregungen der Besucher und nehmen diese gerne an. Denn die Besucher sind ja die zukünftigen Kunden. Erneut nehme ich eine weitere Pause, denn es ist eine ganze Menge an Wissen, die man erst einmal irgendwo parken muss.
Während ich ein Wasser zu mir nehme, sehe ich gegenüber vom Verwaltungsgebäude die Fortschritte des Baugeländes für das Envihab. Hier werden zukünftig Experimente und Forschung Einzug halten und auch eine Besucherausstellung, die seinesgleichen sucht. Mehr darüber kann man unter www.dlr.de erfahren. Dort sind auch alle Themenbereiche sorgfältig aufgelistet und auch Links zu anderen Bereichen wie Raumfahrt, Jülich oder Helmholtz-Stiftung und vieles mehr. Ebenso empfehlenswert ist www.dlr-next.de für kleine und große Kinder und last but not least www.esa.int.
Direkt am Ausgang des Parkplatzes befand sich eine Bühne des WDR wo verschiedene bekannte Wissenschaftler auftraten um noch einmal über den aktuellen Status Quo zu berichten. Ansonsten lief das normale WDR 2 Radioprogramm. Alles dies wurde über das gesamte Areal mit Lautsprechern gesendet.
In wenigen Schritten bin ich um das Verwaltungsgebäude herum, denn auf der anderen Seite befindet sich ein ebenso großer Parkplatz auf dem sich nun das Spektrum-Zelt, eine weitere Sternenwelt im Zelt, das Spacetweetupzelt, das Luftverkehrszelt und die Kinderbühne befindet. Das einzige nicht begehbare Zelt ist das Spacetweetupzelt, leider. Die restlichen Zelte sind sehr interessant. Gegenüber dem Sternenzelt hat man die Option mit Amateurteleskopen die Sonne zu beobachten. Klar etwas schwierig an dem Tag aber es sei versichert, sie war da. Nur etwas schüchtern hat sie sich hinter den Wolken versteckt um ab und an mal kurz verschämt sich hervor zu lugen.
Freunde jetzt ist meine Zeit. Nach all dem Wissen zuvor, nach der beginnenden Müdigkeit der nun bereits einige Stunden dauernden Entdeckungen. Meine Kirsche auf dem Sahnekuchen , mein Wohnzimmer, mein nächster Schritt auf dem Weg zum Mond. Ja ich bin infiziert, seit ich sah, wie mitten in der Nacht, Neil Armstrong und Buzz Aldrin ihre ersten Schritte auf dem Mond machten. Ich stehe seitdem in den Startlöchern, muss keine Sekunde überlegen ob ich will, sondern warte seither dass man mich endlich lässt. Wenn ich nun wem auf die Nerven gegangen bin. Gut! Dann schick mich doch auf den Mond!! J
Nach dem ich auch hier, wie bereits überall zuvor eine beträchtliche Schlange vorfand, stand ich endlich vor der Eingangstür zum ESA-Gebäude EAC. Zum besseren Verständnis. ESA ist die Europäische Raumfahrt Agentur (European Space Agency). Das EAC bedeutet das Europäische Astronauten Center und dient der Ausbildung der Astronauten. Weitere Ausbildungszentren für ins All befinden sich in Russland Sternenstädtchen Baikonur (Roskosmos), Houston Texas (NASA) und Kennedy Space Center in Florida USA (NASA). Dazu gibt es noch in Kanada, Japan und Niederlande ein entsprechendes Center, wo auch wichtige Aspekte zur Ausbildung beigetragen werden. Nebenher erlernen die Astronauten Englisch fließend in Wort und Schrift, ebenso Russisch und jeweils einige Brocken in den einzelnen Landessprachen der teilnehmenden Nationen. In dem Moment wo ich diese Tür durchschreite verlasse ich deutschen Boden und befinde mich sozusagen auf europäischem Boden in einer Art Botschaft.
Kurz vor dem Eintreten kam noch der damalige Astronaut und jetzige ESA –Direktor Thomas Reiter raschen Schrittes entgegen und eilte von einer Dame der Sicherheit geführt weiter. Wie alle anderen den ganzen Tag eingespannt und immer im Gespräch mit dem Politikern etc. Schließlich will man ja deren Gelder um die weiteren Forschungen die letztlich der Menschheit in allen Bereichen dienen sollen, finanziert wissen. Den Vorstandsvorsitzenden Herr Prof. Wörner hatte ich gar nicht zu Gesicht bekommen. Ok, er kann mir ja nicht jedes Jahr über die Füße laufen, beim letzten Mal mit dem damaligen Ministerpräsident von NRW Jürgen Rüttgers, dessen Hand ich auch schütteln durfte. Ja an so etwas erkennt man ein Wahljahr ;-D.
In dem Gebäude befinden sich nun rechts neben dem Eingang eine Ausstellung mit 3 D Brillen zu sehen. Oben auf der Galerie kann man die einzelnen Embleme der ESA Raumfahrten sehen. Unterhalb befinden sich die Fotos aller Astronauten. Die Astronauten kommen aus Bereichen des Militärs, des Ingenieurwesens und der Forschung inklusive Medizin. Viele Nationen Europas sind dabei involviert. Auch eine eigene Abschussrampe in Französisch Guinea ist vorhanden (ARIANE). Dort werden vorwiegend Satelliten ins All geschossen und bereits werden Vorbereitungen getroffen, um von dort auch Sojus Raketen für die bemannte Raumfahrt ins All zu schießen. Auch in diesem Bereich sind überall Modelle, die beispielsweise die ISS oder Columbus darstellen. Dazu wie überall ein Infostand mit Materialien zur späteren Vertiefung des neuerworbenen Wissens. Obwohl die Leute immer Pulk weise eintreten durften, fragte ich, ob ich mir Zeit lassen könnte. Dies wurde bejaht und ich blieb dort bis zum Schluss. In dem Moment wo ich mich umdrehte, kam mir @Astro_Paolo Paolo Nespoli entgegen. Mit ihm hatte ich per Twitter korrespondiert und versprochen mich vorzustellen. Sobald ich ihn rief und mich mit meinem Twitternamen vorstellte, wusste er sofort Bescheid. Ich hatte offensichtlich Eindruck hinterlassen. Er bedankte sich sogleich für die warmen Worte zum Tode seiner Mutter und als ich ihm erklärte dass es mein Vater auch tot ist und es letztlich keine Worte gibt, hat er mich an sich gedrückt und so Verständnis und Dank ausgedrückt. Auch sind wir verblieben weiter zu twittern. Jetzt warte ich erst mal wieder wann er online ist. @AstroSamantha mit der ich ebenso getwittert hatte, war leider woanders tätig und so bekam ich diese leider nicht zu Gesicht. Trotz Nachfragebei Astronaut Frank de Winne und Michel Togini befand sie sich leider nicht in Reichweite. Michel Togini leitete ich Grüße weiter von @Astro_Clay Clayton C.Anderson NASA-Astronaut. Togini erkannte ihn sofort und war hoch erfreut. Da ich keine Autogramme möchte, nur von meinem Star (amerik. Schauspieler) , wollte ich mich auch nicht anstellen um kurz zu Christer Fuglesang, Reinhold Ewald, Hallo zu sagen. Wenn es sich ergibt ok, wenn nicht auch gut. Müssen meine „Kollegen“ halt auf mich warten oder?:-D
Nun war ich in der großen Halle, in der sich die einzelnen Labore befinden, wo die Columbus Experimente im Detail durchgesprochen werden. Hier werden die Astronauten voll ausgebildet. Dazu befindet sich hier noch ein gewaltiger medizinischer Bereich, der aber abgesperrt ist und bleibt. Inmitten der Besucher sind die Modelle des ATV, des Columbusmoduls 1:1 wie oben an der ISS. Eine Replik des Columbusmoduls ist begehbar, ein Original nur mit ausführlicher Genehmigung und auf Socken, ein weiteres Columbusmodul (Mockub) befindet sich auf dem Grund des Swimmingpools neben der großen Halle. Dazu später mehr.
Weiterhin befinden sich hier Ausstellungsstücke von Raumanzügen und der Astronautenkost (hätte beinahe Kotze geschrieben, denn obwohl es so aussieht, ist es nach Zufuhr von heißem Wasser, recht bekömmlich). Diese Mahlzeit wird in einem eigenen Institut auf dem Areal erforscht und auch hier sind ab und an Studenten um im Sinne der Medizin die Schwerelosigkeit zu simulieren. Dies dient der Erforschung der Osteoporose und des Herzens. Auch die Muskulatur und die organischen Auswirkungen werden hier simuliert. Das Institut befindet sich in Höhe der ersten rechten Seitenstraße, war aber geschlossen. Nicht alle Gebäude sind geöffnet, da Experimente weiter laufen, nur für geladene Gäste oder aber nur für dort tätige Wissenschaftler. Dieses Mal waren alle Windkanalinstitute geöffnet, letztes Mal auf Grund von laufenden Experimenten nur ein Gebäude. Das muss man dann respektieren, zumal es ja letztlich uns allen dient.
Hinter den autogrammreichenden Astronauten und den Ausstellungsstücken und das alles inmitten der Module, befand sich die Regiezentrale der riesigen Bühne, von wo aus das Liveprogramm der ESA mit der charmanten Conny Czymoch, bekannt von Phoenix (TV-Sender aus Bonn) übertragen wurde. Hab das Liveprogramm noch nicht gesehen, vielleicht bin ich ja auch zu sehen. Sollte dies der Fall sein, mache ich per Twitter noch einmal darauf aufmerksam. Dies ist übrigens immer noch zu sehen unter:
http://www.livestream.com/eurospaceagency/folder?dirId=e03788eb-be7b-4ab9-8b78-069944f546c2
Günstiger Weise durfte ich eines der Labore besichtigen, wo lustiger weise eine Studentin aus Italien mir in Englisch, da sie kein Wort Deutsch konnte, alles erklärte. Noch lustiger war, als sie sah wie rasch ich alles auffasste, sie mich bat ein paar Deutschen in Deutsch alles zu erklären. Gerne war ich dazu bereit und es machte mir ungeheuren Spaß. Freunde das ist alles so leicht für mich, so dumm ich mich im Gegensatz woanders anstelle. Hier wurde mir erklärt, welche medizinischen Experimente mit Herz, Augen, Ohren, Muskeln, Knochen, die Astronauten durchführen müssen. Dabei wird ihnen an einzelnen Racks erläutert, was sie wann, wie zu tun haben. Gleichzeitig werden sie noch von Medizinern und oder Wissenschaftlern live begleitet die Ihnen ganz genau sagen, was sie tun müssen, damit die Experimente 100% genau durchgeführt werden. Dies ist dann eine Weiterführung der Simulation in dem anderen zuvor genannten Institut und eine weitaus detailliertere Ausführung als es mit einem Parabelflug möglich wäre. Dabei nehmen die Astronauten sich gegenseitig oder alleine Blut ab, urinieren kontrolliert in einen Beutel und verschiedenes mehr. Dies wird dann alles wieder mit zur Erde genommen und hier ganz detailliert untersucht um es für die Anwendung in Medizin oder zur weiteren Forschung vorzubereiten. Mediziner und Wissenschaftler machen spätestens hier Purzelbäume oder Luftsprünge. Nachdem ich nun sehr lange mir alles betrachtet hatte und auch nach dem Liveprogramm noch Gelegenheit hatte mit Conny Czymoch zu sprechen, begab ich mich dann nach draußen. Dort wollte ich eigentlich in Schwimmbad, doch da war leider schon zu. Nun beim letzten Mal hatte ich die Gelegenheit dort einen Blick hineinzuwerfen. Tropische Temperaturen, 30° Grad Raumstandard, ein relativ kleines Becken ca. 8x5m dazu 10 Meter tief mit dem Modul ( Mockub) des 1:1 großen Columbuslabors. Nah ran darf man nicht, damit alles sauber bleibt und aus Sicherheitsgründen. An einem Kran wird ein Astronaut in voller Montur ins Wasser gelassen und dann von Spezialtauchern begleitet die Anweisungen auszuführen. Dies sind Vorbereitungen für einen Ausstieg ins Weltall, einen Weltraumspaziergang oder EVA. Dabei ist der Anzug des Astronauten dann das Raumschiff. Darüber wird die Temperatur, die Flüssigkeit und alles Medizinische kontrolliert, Sauerstoff zugeführt und die Kommunikation mit der ISS und Houston gehalten. Auch die Kabel für die visuelle Übertragung sind dort eingebunden, inklusive der Helmbeleuchtung. Zudem müssen die Astronauten eine Windel tragen, denn der normale Ausstieg dauert in der Regel ca. 6 Stunden. Die Astronauten müssen vorher viele Stunden nur Sauerstoff atmen, damit keine Embolien entstehen, dann müssen kontrolliert gegessen und getrunken werden. Auch der Sport wird dahingehend angeglichen. Das alles wird hier nun 1:1 simuliert. Für den Fall der Taucherkrankheit befindet sich in dem abgesperrten medizinischen Bereich eine Taucherglocke. Diese wird auch von allen umliegenden Krankenhäusern und Universitäten, inklusive der Luftfahrt mit genutzt.
Gegenüber dem Schwimmbad befand sich noch ein Zelt, indem Wissenschaftler auf Gefahren hinwiesen, wie beispielsweise die zunehmende Anzahl der veralteten und außerbetrieblichen Satelliten, die zu einer immer größeren Gefahr werden. Für die ISS aber auch und gerade für uns auf der Erde, da die Erdanziehung da ihr übriges tut. Die Wissenschaftler geben zu, dass sie da leichtsinnig gehandelt haben und nicht darüber nachgedacht hatten wie dieses Problem zu lösen sei. Damals wurde auch nicht von der Anzahl der Satelliten und Trümmerteile ausgegangen, auch nicht von den verlorenen Gegenständen der Astronauten auf der ISS. Es ist ein Versuch, jeder der dazu was beitragen möchte ist willkommen. Auch wenn jemand meint, es sei vermutlich dumm oder weit hergeholt, dass sei völlig gleichgültig, immer beisteuern. Die Optionen werden geprüft, inwieweit umsetzbar, kompatibel oder ob es Wissenschaftler auf die richtigen Ideen bringt. Alle von 7- Tod seien willkommen ihre Gedanken beizutragen. Niemand will auf Kommunikation oder Medien verzichten, den regelmäßigen Wetterbericht, tollen Aufnahmen oder militärischer Operationen. Politiker geben Geld für Satelliten ins All zu bringen, aber nur mit Überzeugungskraft welches zur Beseitigung des Mülls.
Mit Erstaunen stellte ich fest, dass es bereits Zeit für die letzten Shuttlebusse war, wie ein Mitarbeiter des Areals bemerkte. Schade, ich hätte gerne noch einen weiteren Tag gehabt, denn ich war nicht auf dem Flugfeld (Zulu-Platte) mit den tollen Flugzeugen. Doch wie zur Entschädigung konnte ich auf dem Rückweg miterleben, wie der A380 abflog. Wow ist der riesig und fliegt mit einer Leichtigkeit und ist unfassbar leise. Ich lebe zwischen den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf, da weiß ich, wovon ich rede. Ihr merkt selbst vieles konnte ich nur anreißen, hier ist es genauso wie bei dem Tag alles zu kurz. Ich könnte eine ganze Woche schreiben… lieber nicht. Seht Euch die Links an und Danke fürs Lesen. In 2 Jahren gibt’s dann den nächsten Bericht.
@momado_50 , Köln
P.S. Falls Ihr Fragen oder Anregungen habt, postet einen Kommentar oder gebt Nachricht via Twitter.
Mein Tag der offenen Tür beim Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt
Sonntagmorgen, 7.00 Uhr, Regen in Deutschland. Was sonst….
Davon unbeeindruckt machte ich mich in aller Ruhe für das Riesenevent fertig, checke kurz vorher noch im Internet die aktuelle Verkehrs-und Wetterlage. So gegen 09.30 machte ich mich auf den Weg. Wider jeder Erwartung kam ich recht ...