Um die Wintermontae ein wenig zu überbrücken habe ich mir vorgenommen, die typischen „Kinder-Wissenszeitschriften“ zu erforschen und zu bewerten.

Beginnen möchte ich mit „Willi wills wissen“

Willi wills wissen

Das 42 Seiten starke Heft (08/2012) kostet 2,99€ und bietet auf den ersten Blick ein verwirrendes Äußeres, wie man auf dem neben stehenden Bild sehen kann. Gut, würde man sich die bunte Verpackung des ultimativen Überlebens-Sets wegdenken, so würde man ein schönes ruhigs Bild eines Bären sehen, aber Werbung muss nun mal sein, zumal in dieser Art „Zeitschrift“ doch eher das Tool interessiert, als der Inhalt.

Das Tool

Wenn das gute Teil schon so plakativ aufgehängt wird, zuerst ein Wort dazu. Plastik, wo man hinsieht, aber das ist klar, da die Zeitschrift ja auch recht günstig angeboten wird. Für Kinder bis 10 Jahre ist das Teil gut geeignet. Alle Funktionen lassen sich problemlos nutzen, aber der Spielspaß wird sich vermutlich in Grenzen halten, also eher solange bis das nächste Heft erscheint. Genau darauf sind auch diese Gimmicks ausgelegt.

Das Heft

Wie gesagt, 42 Seiten stark, ordentliche Papier- und Druckqualität. Hier gibt es nichts zu mäkeln. Vom Layout überwiegen die Bilder. Ca. 2/3 des Heftes sind gut bebildert, der Rest besteht aus leicht verständlichem Tex.

Inhaltlich ist das Ganze in 4 Rubriken gegliedert:

Thema (immer ein aktuelles Thema, diesmal „Wildnis“)

Willi erklärt hier einige Fakten aus der Natur, ob es sich nun um Tiere handelt oder aber um essbare und giftige Pflanzen. Alles ist schön in das Thema „Wildnis“ und „Überleben“ eingebunden. Die Grafike zeigen auch sehr anschaulich, wie man sich einen Unterschlupf baut, einen Suppenkessel nur aus Naturmaterialien bastelt oder auch wie man Feuer macht. Eingänig und ordentlich.

Im „Bastelteil“ wir vorgestellt, wie man sich aus Haushaltmaterialien eine kleine Wetterstation bastelt. Auch hier sind die Mischung aus Text und anschaulichen Bildern gut gewählt. Einziger Makel aus meiner Sicht ist die Erklärung der Funktionsweise eines Barometers. Hier setzt Willi voraus, dass die Kinder wissen, was „Luftdruck“ ist.

Wissen

Eine schöne Idee sind die „Gute Frage, nächste Frage“-Karten zum Ausschneiden. Im Laufe der Zeit kann sich hier eine ansehliche Sammlung ergeben, die ein wenig an Trivial Pursuit erinnert. Leider schafft es Willi nicht eine scharfe Trennlinie aus – für die Zielgruppe – sinnvollen und zu stark erklärungswürdigen Fragen zu ziehen.

„Was ist der Unterschied zwischen Hasen und Kaninchen?“ – Tolle Frage, simple und leicht verständliche Antwort.

„Kann man Atome sehen?“ – Auch eine tolle Frage, aber erkläre mal einem 8 Jährigen was ein Atom ist und warum man es nur unter bestimmten Umständen sehen kann.

Die Fotostory (Willi in der Wildnis“) ist nett gemacht und regt sicher die Fantasie der Kinder an. Von daher ist dies durchaus ein Stilelement, was in jedem Heft zu finden sein sollte und auch ist.

Sehr gut hat mir die Themenseite „Wie entsteht ein Felsentor?“ gefallen. Wieder viele einfache Grafiken und ein kleiner Mehrzeiler, der den Inhalt sehr gut erklärt.

Fun

Klar gehören in Kinderzeitschriften auch Comics, in diesem Fall das themenspezifische Comic „Willi in der Wildnis“. Witze und Rätsel sind,  wie in vielen dieser Zeitschriften, Standard.

Immer drin

Hier sind wir schnell durch. Immer drin sind TV-Vorschau mit Sendungen, die Kids interessieren können, sowie die Heftvorschau zum neuen „Willi wills wissen“.

 

Wertung

Papier und Druck: sehr gut
Kindgerechter Aufbau (Zielgruppe 6-10Jährige): gut
Inhalt: gut
Erklärungen: befriedigend
Qualität des Spielzeugs: befriedigend

Gesamtnote: gut

 

Willi wills wissen
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