Plastik – selbstgemacht
Klingt spektakulär, ist aber ganz einfach. Letztendlich ist “unser” Plastik sogar in Biomaterial, hergestellt aus “nachwachsenden” Rohstoffen – sofern man die Kuh, welche unseren Rohstoff herstellt, als “nachwachsend” bezeichnet
Bitte lass Dir beim Kochen der Milch von einem Erwachsenen helfen. Du sollst schließlich Spaß an den Versuchen haben und Dich nicht verletzen.
Was brauchst Du?
1 Mesbecher, 1 Teelöffel, 1 Topf, Milch und Essig
Durchführung
- Messe 125ml Milch im Messbecher ab und schütte diese in den Topf.
- Nun erwärme die Milch vorsichtig, aber nicht kochen!!!
- Gebe nun den Teelöffel voll Essig hinzu.
- Gut umrühren-
- Danach kannst Du die Milch über das feine Sieb abfiltieren.
- Fertig.
Zurück bleiben kleine weiße Flocken oder Bröckchen, aus denen Du sehr schöne Figuren kneten kannst. Wenn Du diese nun bei 60°C-80°C in den Backofen stellst, hast Du danach eine Figur aus Deinem eigenen Plastik.
Was ist passiert?
Erklärung
Hier wird es mal wieder etwas komlizierter. Milch besteht aus einer Mischung verschiedener Stoffe. Betrachtest Du 109 Teile Kuhmilch, so sind in dieser
- 87 Teile Wasser
- 5 Teile Kohlenhydrate
- 3,5 Teile Fett
- 0,5 Teile Spurenelemente
- und 4 Teile Proteine enthalten.
Durch das Erwärmen und die Zugabe des Essigs bringst Du diese “Proteine” (stell es Dir als Lakritzfaden vor) dazu sich zu verklumpen – der Lakritzfaden rollt sich zur Lakritzschnecke auf. Dadurch trennen sie sich von der Milch.
Wenn Du daraus die Figur geformt hast, muss nur noch das restliche Wasser raus. Das geht am schnellsten im Backofen. Ähnlich wie bei den Lakritzschnecken, verkleben sich dann die Kasein-Ketten miteinander und Du erhälst eine stabile Figur.
Das Hauptprotein nennt sich übrigens Kasein (wenn Du genauers wissen möchtest: http://de.wikipedia.org/wiki/Kasein).
Klingt irgendwie bekannt, oder? Kasein – Käse? Richtig. Kasein der wichtigste Bestandteil, wenn Du Käse oder Quark herstellen möchtest.
Übrigens: schon vor vielen Hundert Jahren haben die Menschen dieses “Plastik” entdeckt. Dabei wurde es früher als Klebstoff genutzt. Zum Kleben von Papier ist es heute immer noch sehr gut geeignet und kann sogar mit modernen Klebstoffen mithalten.
Andrea Juchem hat im “Bauernblog” einen schönen Kurzbericht zum Thema “Milch und Kuh – zweckentfremdet” (http://bauernblog.de/milch-und-kuh-zweckentfremdet) drin. Es lohnt sich dort mal reinzuschauen.













