Das größte Experiment meines Lebens!
… große Worte, ich weiß, aber es ist tatsächlich von den Ausmaßen und der Organisation das größte wissenschaftliche Experiment, das ich je gemacht habe.
Schuld daran ist das erste Lernfest in Saarbücken, das am 10. September 2011 stattfinden wird. Bei einer solchen Veranstaltung, bei der Wissenschaft zum Anfassen im Fokus steht, muss binneugierig.de dabei sein. Jedem Aussteller steht eine Basisfläche von 3x4m zur Verfügung, auf denen Mitmachexperimente angeboten werden sollen. Schön. Von dieser Sorte Experimente haben wir ja viele. Aber was eignet sich besonders gut? Wo kann ich einen großen Lerneffekt und logischerweise auch gute Außenwirkung erzeugen? Die Primäridee war “Experimente mit Brausepulver”. Aber ich weiß nicht, ob ich meinen Standnachbarn zumuten kann fliegende Filmdosen (Die Brauserakete) abzubekommen. Also musste eine neue Idee her. Ein anderes Thema “Versuche mit Stärke” scheint sich besonders gut zu eignen. Es werden Materialien (Wasser, Speisestärke und Lebensmittelfarbe) genutzt, die ungiftig und nicht schädlich sind. Zudem kann man daran sehr schön chemische und physikalische Effekte erklären. Aber ist ein Becher mit der Stärkelösung so spannend? Finger reinstecken und rausziehen? Nun ja, eigentlich nicht.
Aber was wäre, wenn es kein Becher mit dem Wasser-Stärke-Gemisch ist? Was, wenn wir einen Eimer, ein Planschbecken voll dieser Masse nutzen? Ab diesem Zeitpunkt begann eine Idee zu einem sehr sehr großen Mitmachexperiment zu reifen: Eine 15-20m lange, 1m breite und 15cm tiefe “Laufbahn” mit Wasser/Stärke. Ihr werdet vielleicht sagen: Gut, es ist riesig und durch diese Masse stampfen ist vielleicht auch lustig, aber ansonsten? Der Trick ist letztendlich der, dass diese Masse hart und fest wird, wenn man sehr fest daraufschlägt. Mit anderen Worten: Wenn jemand auf diese Flüssigkeit springt wird sie genau an dieser Stelle hart und der “jemand” sinkt nicht ein, er läuft über Wasser! Warum das so ist könnt Ihr in “Stärkemonster (I)” nachlesen.
Nachdem ich sowohl mit erfahrenen Pressemenschen, als auch den Organisatoren des Lernfestes über diese Idee gesprochen hatte und alle begeistert davon waren, stand fest: Projekt “Wasserlaufen” sollte starten und zunächst auf Machbarkeit überprüft werden.
Laborversuch
In mehreren kleinen Versuchen wurde vorab getestet, welches Mischungsverhältnis aus Maisstärke und Wasser ideal ist, um einzusinken, aber auch darauf zu stehen. Wir mußten auch die Haltbarkeit überprüfen, d.h. herausfinden, wie lange diese Masse das gewünschte Verhalten zeigt. Nach einem Tag Arbeit stand eine gute Mischung, die sich 4-5 Stunden nutzen läßt fest. Als wir allerdings hochrechneten, welche Materialmengen notwendig sind, waren wir etwas schockiert. Wir brauchen 1 Tonne Wasser und knapp 1,2 Tonnen Maisstärke!
Nach einigen Mails und Telefonaten fand sich auch ein begeisterter Sponsor für die Maisstärke, die Firma Roquette GmbH (http://www.roquette.com/). Roquetteproduziert und liefert unglaubliche viele Naturprodukte.
Planungsarbeiten
Gut, nachdem nun die Ausmaße des Experiments standen, ging es ans Eingemachte. Es galt nun eine Menge Fragen zu stellen und die passenden Antworten zu finden.
Die Laufbahn
Die Bahn an sich braucht eine Unterlage, die links und rechts mindestens einen Meter übersteht, damit Wege und Rasen nicht mit Maisstärke eingedeckt werden. Gut, hier kann man sich problemlos mit Teichfolie behelfen. Spannend wird es, einen Hersteller zu finden, der 20mx3m Teichfolie sponsort. Das war der leichtestes Teil der Hardware.
Wie soll die Bahn aussehen?
Hier wurden nun verschiedene Ideen entwickelt und zum Großteil auch wieder verworfen. Letztendlich haben sich 2 Ideen herauskristallisiert, deren Umsetzung intensiv geprüft wurde.
- Grasnabe abheben und die Bahn mit Teichfolie auskleiden-
- ein laaaaanges Kinderplanschbecken.
Leider hat der Grundbesitzer, der Deutsch-Französische-Garten keine Möglichkeit die Grasnabe sauber abzuheben und zu rollen, s.d. Möglichkeit 1 aussheidert.
Das lange Kinderplanschbecken wäre schön, aber es ist in der Fertigung recht aufwendig, aber das Prinzip läßt sich auch anders umsetzen: Den Rand der Bahn mit “Schwimmnudeln” auslegen und darüber die Teichfolie….
Soweit sind die Planungen im Moment gediehen.
In den kommenden Tagen werden Bahmvarianten und Gemische getestet, auch wie man diese Gemische im Tonnenmaßstab am besten herstellt.
Wenn die Ergebnisse und (bestimmt lustige) Bilder dazu vorliegen, werde ich diesen Artikel erweitern.
Also, bleibt neugierig!













