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google+ als neues „Facebook“ fürs Klassenzimmer?

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich einen kleinen Artikel über „Facebook als virtuelles Klassenzimmer“ veröffentlicht. Seit einigen Tagen darf ich nun auch google+ testen. Nach ein paar Startschwierigkeiten habe ich mich aber sehr schnell in das System eingefunden. Es gibt sicherlich genügend qualifizierte Artikel über google+ – einen Teil findet Ihr auch in unten stehender Linkliste, von daher dachte ich mir, ich schau mich mal um, ob und wie google+ im Klassenzimmer nutzbar ist.

Ich bin über einen interessanten Artikel von Audrey Watters, einer Tech-Journalistin gestoßen: „Google Plus: Is this the Social Tool Schools Have Been Waiting For?“ gestoßen, den ich recht inspirierend fand.

Der folgende Text basiert auf einer groben Übersetzung der kleinen Abhandlung, die ich durch weitere Ideen und Kommentare erweitert habe.

Die Anwendung von Social Media im Unterricht wird immer von drei Kräften bestimmt. Eine davon, nicht unbedingt die erste, ist die Trägheit der Lehrer, die neue Medien in ihr Konzepte integrieren sollen. Natürlich ist es immer Arbeit eine neue Plattform kennen zu lernen und deren Potentiale auszuschöpfen, aber die Arbeit lohnt sich doch sehr oft. Die zweite Kraft ist die Angst. Die Angst davor, gegen irgendeine Richtlinie oder irgendein Gesetzt zu verstoßen, ganz besonders was den „Online-Kontakt“ zwischen Lehrkörper und Schüler angeht. Hier spielt natürlich auch die Informationslücke im Bereich Recht, aber auch fehlende Leitlinien der einzelnen Einrichtungen eine große Rolle. Und schließlich gibt es eine dritte Kraft, diesmal eine positive: Die Begeisterung und das Engagement der Lehrer, die sich für die Anwendung von Social Media innerhalb und außerhalb des Unterrichts einsetzen.

Wie so oft, ist auch die USA im Bereich Social Media Nutzung in der Schule, sogar in der Grundschule, ein technologischer Vorreiter. So fand beispielsweise vom 24.- 27.07.2011 in Philadelphia die „International Society for Technology in Education“-Konferenz satt  auf der auch google+ vorgestellt wurde.

Plus-Potential für Schulen

Ein Posting in der Apps User Group umschreibt die Basisvorteile sehr übersichtlich.

Circles ermöglicht es dem Lehrer einen eigenen Klassenverband festzulegen. Man kann durchaus auch nnte Kommunikationskriterien festlegen.

Hangouts (oder. „Treffpunkte”) ermöglichen es den Schülern oder der Lerngruppe Informationen zu Teilen, Feedback zu geben oder sich persönlich zu treffen.

Online- und/oder Offline-Lernen. Die Pädagogen können Lerninhalte, auch für Kleingruppen, online bereitstellen und diese sogar online lehren. Inhalte können geteilt und kommentiert werden.

Zusatznutzen ergeben sich aber auch innerhalb der Schulen: Kommunikation der Lehrer untereinander, Administration und viele weiter Punkte können problemlos aufgebaut und verwaltet werden.

Im Prinzip lassen sich alle Features, die ich im Artikel zu Facebook als Virtuelles Klassenzimmer geschrieben habe, auch in google+ umsetzen, z.T: sogar deutlich einfacher,

Privatsphäre

Dies ist der wohl kritischste Punkt zur Anwendung von Social Media im Unterricht, aber genau hier will google+ sein größtes Plus ausspielen. Auf Facebook und Twitter ist es nach wie vor nicht einfach geschlossene Gruppen zu bilden, Räume für eine gute und sichere Lernumgebung zu schaffen. Die Einführung der „Gruppen“ bei Facebook hat zwar etwas mehr „Sicherheit“ und Privatsphäre ermöglicht, ist aber nach wie vor nicht das gelbe vom Ei, zumal sich der User immer noch durch eine unübersichtliche Kontoneinstellungsstruktur durchplagen darf. Auch ist es mental für Schulen und Pädagogen schwierig Schüler als „Freund“ in eine lange Liste von Menschen eingetragen zu haben.

Circles aus google+ geben dem Lehrer eine deutlich bessere Kontrolle und höhere Privatsphäre im virtuellen Klassenzimmer. Das Teilen von online-Inhalten ist aber nicht nur eine Sache der „Privacy“, sondern auch – und das halte ich für sehr wichtig – eine Sache die Inhalte mit den richtigen Menschen zu teilen. Der Bildungsberater Tom Barnett hat dafür den Begriff „targeted sharing“  geprägt.. Fragt man übrigens den google translator nach „targeted sharing“ wird dies mit „gezielter Austausch“ übersetzt, recht treffend, wie ich finde.

Es geht aber nicht nur darum Informationen rauszuschießen, sondern ebenso darum die richtigen Informationen zu finden und zu erhalten und natürlich auch darum die richtigen Leute im Circle zu haben.

Am faszinierendsten dürften aber die Hangouts für den Nutzer sein, vor allem,da es keine zu installierende Software wie Skype darstellt, sondern eher als App zu sehen ist. Es ist nicht nur eine „Vier-Augen“ Situtation, sondern über Hangouts sollten sich auch kollaborative Mittel wie GoogleDocs, Whiteboards, Screen-Sharing, und andere nutzen lassen. Hangouts scheinen in der Tat eine Art schweizer Taschenmesser in der sozialen Kommunikation zu sein.

Fazit

google+ ist gut und hat Potential. Es muss noch einige kleine Schwächen ausmärzen und dann den Sprung in die Masse schaffen. Google arbeitet auch an der Integration von google# und google apps, eine sinnvolle Maßnahme in meinen Augen. Denn zur Zeit braucht man noch ein google-Profil.

Linkliste

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