Als ich vor Kurzem das Web durchstöberte, um herauszufinden, welche Schulen in welcher Form „Social Media“ einsetzten zeichnete sich das übliche Bild ab. Hier in Deutschland steckt der Einsatz solch innovativer Techniken noch in den Kinderschuhen. Schaut man aber über den großen Teich, so findet man relativ problemlos viele, aber vor allem gute Beispiele.
Mich hat vor allem ein Blogeintrag auf innovativeeducator (http://theinnovativeeducator.blogspot.com/) beeindruckt. Darin berichtet L.V. Nielsen über den Einsatz von Facebook in einer Grundschule (!!!) durch die Lehrerin Frau Schoening. Es werden acht Gründe aufgeführt, warum der Einsatz sinnvoll ist.
“Offenes Klassenzimmer”Etwa vier Mal am Tag berichten Schüler auf ihrer Facebook-Seite über interessante Dinge, die im Unterricht abgehandelt wurden. Oft werden diese Posts durch die Lehrerin kommentiert. Die Kommentare sind vor allem deshalb wichtig und interessant, weil die Klassenlehrerin weitere Denkanstöße und auch Gesprächsthemen anreißt, die die Kinder auch zu Hause mit ihren Eltern diskutieren können. Darüber hinaus können Familien direkt auf der Facebook-Seite der Klasse Kommentare, Tips oder Know-How an die Schüler weitergeben. Die Familie, die Eltern werden somit ein Teil der Klassengemeinschaft.
Der Klassenlehrer können recht einfach Bilderalben rund um die tägliche Arbeit der Klasse anlegen. Somit besteht für alle (Lehrer, Schüler, Eltern) die Möglichkeit weitere Anregungen zu geben, oder auch im Nachhinein eine kleine „Doku“ zu gewissen Themen anzugertigen.
Auf Facebook lassen sich sehr einfach Wandertage, Elternabende, Schullandheimaufenthalte oder einfach auch Klassenfeste planen. Die Informationen werden von den Organisatoren ins Netz gestellt und die Teilnehmer eingeladen. Es können Ideen ausgetauscht und Aufgaben verteilt werden. Vor allem aber erhalten die Organisatoren schnell und zuverlässig Auskunft über die Teilnahme an dem Event.
Facebook Notes bieten eine hervorragende Möglichkeit, um Eltern und Familien von wichtigen Mitteilungen im Klassenzimmer zu unterrichten. Ob es sich nun um eine neue Schulrichtinie oder die kurzzeitige Schließung der Schule wegen Wasserrohrbruchs handelt – all das kann schnell und komfortabel hinterlegt werden. Eltern erhalten die Info noch am gleichen Tag.
Frau.Schoening fand heraus, dass für viele Facebook der effektivste Weg war, um mit Schülern und Eltern zu kommunizieren. Auch für viele Eltern war dieser Weg einfach und gewinnbringend. Sie erhielten Informationen über Schule und Ihre Sprösslinge, könnten aber auch einfach wichtige Details zeitnah an den Lehrer weitergeben. Das gute: beide Seiten können sicher sein, dass die Information ankommt.
Ms. Schoening konnte durch den Einsatz von Videos das Lernen außerhalb des Klassenzimmers fördern. Sie vermittelte audiovisuell z.B: Informationen wie man das Kind von einem Leseanfänger zu einem Lesefortgeschrittenen macht. Fragestellungen wie z.B. „Wie kann der wissenschaftliche Unterricht von den Eltern unterstützt werden?“ konnten Eltern und Schüler gemeinsam durcharbeiten. Zudem ist natürlich eine Videodokumentation von Ausflügen u.a. problemlos möglich.
Als Frau. Schoening mit diesem Projekt began, erhielt sie viele Anfragen Ihrer Kollegen. Sie untestütze sie beim Aufbau eigener Aktivitäten. Durch gegenseitige Verlinkung und “Befreunden” bei Facebook wuchsen sogar die Klassen untereinander zusammen und ergänzten sich z.T. auch in ihren Informationen und in ihrer Ausbildung.
Facebook dient als zentrale Anlaufstelle, da mehr als die Hälfte der Eltern bereits dort vertreten waren. Da die Plattform Facebook alle notwendigen Features bereitstellte, konnte der Treffpunkt sehr schnell aufgebaut werden. Und der Rest der Eltern, der nicht auf Facebook war? Tja, diese wurden recht schnell durch ihre Kinder zu Facebook gebracht und in den Klassenverband integriert.
In der folgenden Prezi-Präsentation sind die Argumente nochmals schön bebildert dargestellt.
Ich muss sagen, dass dies eine tolle Leistung von Frau. Schoening ist. Dass das System funktioniert, ist vermutlich aber der recht positiven Einstellung der Amerikaner gegenüber neuen Medien zu verdanken. Ich würde vermuten, dass hier in Deutschland alle möglichen Vorbehalte eingebracht würden, um ein solches Projekt zu kippen. Dabei liegen doch die Vorteile auf der Hand:
Diesen Text würde ich gerne noch mit ein paar guten Beispielen aus Deutschland erweitern. Daher bin ich um jedes Feedback und jede weitere Information dankbar.
Linkliste:
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.