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Wissenschafts-Definition

In meinem Blog rede ich viel über Wissenschaft, wissen schaffen und Wissen vermitteln, aber was genau versteht man darunter.

Bei einer einfachen google-Recherche „Wissenschaft Definition“ erhielt ich schon mehr als 1,68 Millionen Ergebnisse, darunter hochtrabende als auch Trivialdefinitionen.

Einen interessanten Beitrag liefert das Meyers-Lexikon (http://lexikon.meyers.de/wissen /Wissenschaft ):

„Wissenschaft, das System des durch Forschung, Lehre und überlieferte Literatur gebildeten, geordneten und begründeten, für gesichert erachteten Wissens einer Zeit; auch die für seinen Erwerb typische methodisch-systematische Forschungs- und Erkenntnisarbeit sowie ihr organisatorisch-institutionelle r Rahmen.

Wissenschaft wurde erstmals im Wissenschaftsverständnis der klassischen griechischen Philosophie von Sokrates, Platon und Aristoteles im Sinne von rational begründetem Wissen begriffen. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde kaum zwischen Philosophie und Wissenschaft, z. B. zwischen Naturphilosophie und naturwissenschaftlicher Physik, unterschieden. Seit dem 19. Jahrhundert hat eine Ablösung des begründungsorientierten Wissenschaftsbegriffs durch ein an methodische Normen und an der Beherrschung empirischer Daten orientiertes Wissenschaftsverständnis stattgefunden. ‒ Ein einheitlich logisch zusammenhängendes System der Wissenschaft gibt es nicht, trotz verschiedener Entwürfe zu einer Einheitswissenschaft (v. a. Neopositivismus).

Die Einteilung der Wissenschaften folgt unterschiedlichen Gesichtspunkten. Dem Ziel nach sind die Wissenschaften entweder theoretische (»reine«) Wissenschaften oder angewandte (praktische) Wissenschaften, dem Gegenstand nach werden am häufigsten Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie, Astronomie, Geologie, Medizin u. a.) und Geisteswissenschaften (Geschichte, Philologie, Philosophie, Psychologie, Theologie, Staats- und Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Kunstwissenschaft u. a.) unterschieden, der Methode nach empirische oder Erfahrungswissenschaften (durch planmäßige Beobachtung, Hypothesenbildung und Experiment gekennzeichnet, v. a. Naturwissenschaften, empirische Sozialforschung), axiomatische oder rationale Wissenschaften (z. B. Mathematik, Logik) und Geisteswissenschaften (Deutung individueller Phänomene, Bedeutungszuweisung, Sinnverstehen; Hermeneutik). Mit den Grundlagenproblemen beschäftigt sich die Wissenschaftstheorie.

Die Idee der (wert)freien Wissenschaft und die Erfolge der Naturwissenschaften v. a. seit dem 19. Jahrhundert prägten entscheidend das moderne Weltbild und führten zu einem über weite Strecken des 19. und 20. Jahrhunderts wirksamen Fortschrittsoptimismus. Dieser geriet jedoch in den letzten Jahrzehnten in Anbetracht v. a. der ökologischen Schäden durch die wissenschaftlich-technische Zivilisation und der schwer abzuschätzenden gesellschaftlichen Risiken wissenschaftlich-technischer Entwicklungen in eine Krise; es traten Zweifel an einer Verwissenschaftlichung aller Lebensbereiche auf. In kontroversen Diskussionen erfolgte eine Infragestellung der zweckfreien Forschung, die Forderung einer Orientierung am gesellschaftlichen Bedarf, die Betonung der Verantwortung des Wissenschaftlers gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt. Eingedenk dieser Problematik scheint es angesichts der zu Beginn des 21. Jahrhunderts erneut in Erscheinung tretenden sozialen und ökonomischen Probleme allerdings im Weltmaßstab zu einer Weiterführung wissenschaftlichen Arbeitens auch keine Alternative zu geben.“

Im Brockhaus-Lexikon (20bdg, 1988) ist folgendes zu lesen:

“Der Inbegriff des durch Forschung, Lehre und überlieferter Literatur gebildeten, geordneten und begründeten, für gesichert erachteten Wissens einer Zeit; auch die für seinen Erwerb typische methodisch-systematische Forschungs- und Erkenntnisarbeit sowie ihr organisatorisch-institutioneller Rahmen.

Hauptziel der W. ist die rationale, nachvollziehbare Erkenntnis der Zusammenhänge, Abläufe, Ursachen und Gesetzmäßigkeiten der natürlichen wie der historischen und kulturell geschaffenen Wirklichkeit; neben der Erweiterung des Wissens über die Welt liefern vor allem Naturwissenschaft und Technik die Mittel zu vorausschauender Planung und gezielter Veränderung der Wirklichkeit Als Hauptmerkmal der Wissenschaft wird (außer im Marxismus) eine von Wertungen, Gefühlen und äußeren Bestimmungsmomenten freie, auf Sachbezogenheit gründende Objektivität angesehen, welche neben dem methodischen Konsens die Verallgemeinerungsfähigkeit und allgemeine Nachprüfbarkeit wissenschaftlicher Aussagen begründet.”

Und das Duden-Schülerlexikon äußert sich wie folgt:

“Gesamtheit der planmäßigen Bemühungen des Menschen, vernunftgemäße Erkenntnisse und wahre, nachprüfbare Aussagen über die Natur und den Menschen zu gewinnen. Die W. als ganzes ist in viele unterschiedliche Wissenschaften (auch Einzelwissenschaften genannt) unterteilt, die nach dem Objekt ihrer Erkenntnis und nach ihrer Methode und Zielsetzung unterschieden und benannt werden; so spricht man von Naturwissenschaften, die ihre Erkenntnisse durch Experimente (Versuche) gewinnen und in mathematisch begründeten Formeln ausdrücken, und von Geisteswissenschaften (alle Wissenschaften, die nicht Naturwissenschaften sind, mit Ausnahme der Mathematik), die weniger auf allgemeine Gesetzmäßigkeiten als auf historische Einmaligkeiten gerichtet sind und das geistige Schaffen des Menschen in seiner Zeit und seiner Wechselwirkung zur Gesellschaft untersuchen.”

Hmm, klingt ja alles andere als einfach. Wir Ihr an diesem Zitat schon sehen könnt, ist Wissenschaft zunächst eine eigene Sprache – eine Sprache, die von Menschen erfunden wurde, die Ihre Erkenntnisse „geheim“ halten wollten.

Wenn ich beispielsweise einen „Hochdruckextraktor zur Synthese kombinierter Maillard-Reaktionsprodukte“ bestelle, ist dies nichts anderes als ein guter Kaffee-Vollautomat, aber so verschlüsselt, dass der Einkäufer Ihres Unternehmens nicht erkennt, worum es sich handelt.

Wenn wir gerade beim Thema „Humor“ sind: Auch unser Bundesverfassungsgericht beweist Humor in dem es Wissenschaft laut Grundgesetz definiert: Danach ist nämlich Wissenschaft oder wissenschaftliche Forschung im Sinne von Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz “jede Tätigkeit, die nach Inhalt und Form als ernsthafter planmäßiger Versuch zur Ermittlung der Wahrheit anzusehen ist”.

Nun aber zurück zum Ernst der Wissenschaft und einem einfachen Erklärungsversuch meinerseits.

Kernelemente der Wissenschaft sind wahre und überprüfbare Aussagen zu einem beliebigen Thema. Diese Aussagen haben im allgemeinen eine Ursache auf Grund derer sie eine Wirkung zeigen – dies gilt insbesondere für die Naturwissenschaften. Diese Wirkung muss beobachtbar sein. Tritt sie ein ist sie normalerweise automatisch wahr. Fehlt nun die Überprüfbarkeit. In den Naturwissenschaften werden Ereignisse durch Experimente überprüft. Bei diesen Experimenten werden Rahmenbedingungen festgelegt, welche Punkte, die die Nachweisbarkeit stören ausgeschlossen werden. Dadurch wird der „Beweis“ abgesichert. Allerdings ist es in den seltensten Fällen möglich alle möglichen Varianten im Versuch durchzutesten. Daher ist die Überprüfung der Aussage oft schwierig.

Die Wissenschaft befasst sich daher also mit Möglichkeiten und Verfahren, die wahre und überprüfbare Aussagen beweisen und diese als gesichertes Wissen in einer Art Wissensdatenbank sammeln.

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