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Was beschäftigt mich?

Bloggen als online-Tagebuch? Mag sein, ist aber in meinem Fall nicht sehr wahrscheinlich. Als technikbegeisterter Mensch muss ich einfach mal alles probieren, aber bloggen scheint mir ein Mittel zu sein eine gewisse Nachhaltigkeit zu erzeugen.

Ich glaube, dass man viele der web 2.0 Funktionen nutzen kann, um anderen zu helfen. Jeder ist irgendwo Spezialist für irgendetwas und web 2.0 ermöglicht es jedem dieses Spezialistentum mit anderen zu teilen. Großartig!

Auch ich bin Spezialist und ich habe gelernt mein Wissen so auszudrücken, dass es sogar Kinder verstehen können. Die Sprache der Wissenschaft wurde ja nur erschaffen, damit andere die Wissenschaftler nicht verstehen. Das ist so, als würde ich versuchen ohne chinesisch-Kenntnisse in China Fuß zu fassen. Also reduziere ich die Sprache der Wissenschaft auf einfaches Deutsch – und das geht – mit dem Effekt, dass man diese Sparten plötzlich begreifen kann.

Zumindest bilde ich mir das ein. Daher schon mal der Generalaufruf an alle, die mit den Experimenten arbeiten, die ich hier poste: Wenn ihr etwas nicht versteht oder den Kindern nicht erklären könnt: meldet Euch! Nur so kann die Seite besser und die Informationen leichter verdaulich werden. Oder besser noch: Ihr arbeitet mit und bessert die Schwächen aus.

Aber ich komme vom Thema ab. Eigentlich wollte ich mich darüber auslassen, warum ich versuche web 2.0 zu nutzen um anderen zu helfen.

Seit einiger Zeit arbeite ich mit Kindergarten- und Grundschulkindern. “ich arbeite” ist dabei relativ, weil die Hauptarbeit von den Kindern geleistet wird. Ich stelle nur die Materialien und Versuchsanleitungen zusammen und gebe den Kindern ein paar Leitfragen an die Hand. In Kleingruppen experimentieren die Kleinen, beobachten und werten aus. Lernen durch Anfassen = Begreifen. Es ist einfach unglaublich, wie 9 Jährige anhand eines einfachen Experimentes Zusammenhänge erkennen und diese, in ihrer Sprache, auch noch wissenschaftlich korrekt erklären.

Kleines Beispiel. In einer 3. Klasse haben wir mit Brausepulver (Der Brausetrick) gearbeitet. Nachdem die Kinder den Versuch gemäß Anleitung durchgeführt hatten kam die erste Frage “Was passiert, wenn ich 2 Brausetabletten nehme?”, dann die nächste “Was passiert, wenn ich mehr Wasser nehme?” u.s.w. Zugegeben ab und an kamen auch Fragen wie “Darf ich das jetzt Trinken?”, aber das gehört dazu (ist übrigens auch ein Grund warum die meisten Experimente mit Lebensmitteln durchgeführt werden – eine Brause als Belohnung kommt immer gut ;-) ). Irgendwann kam eine Kernfrage “Wo kommt das Gas eigentlich her?”. Ausgehend von der Frage versuchten die Kinder herauszufinden, wie aus einer Tablette Gas entstehen kann. Durch ein paar Experimente und Fragen wurden die wichtigen Bestandteile (Zitronensäure in Pulverform und Backpulver) schnell lokalisert. Sie konnten dann auch plötzlich erklären, warum man eine bestimmte Menge Wasser braucht, um ein Maximum an Gas zu erzeugen.

Der Versuch war nur für 30 Minuten angesetzt, aber wir haben gute 2 Stunden damit verbracht – mit dem Ergebniss,

  • dass die Kleinen eine Idee vom wissenschaftlichen Arbeiten bekamen,
  • dass eine wissenschaflich richte Erklärung gefunden wurde,
  • dass  die Kinder auch ihre analytischen Fähigkeiten entdeckten,
  • dass alle Spaß hatten.

“Spaß” und  “Begeisterung” gehören für mich zusammen. Das eine erzeugt das andere und umgekehrt. Durch Spaß und Begeisterung lernen die Kinder besser und leichter.

Wenn man dann ein paar Wochen später wieder über den Schulhof geht und Kinder, mit der Frage “Wann machen wir denn wieder Chemie?” , angerannt kommen, muss ich sagen: Ich habe mein Ziel erreicht. Die Begeisterung ist geweckt, das Interesse an Naturwissenschaften ist erwacht.

Und genau darum geht es auch in diesem Blog. Ich will mein Wissen und meine Erfahrungen an Kinder, vor allem aber auch an deren Betreuuer weitergeben. Die Thematik ist so einfach und auch einfach zu erklären, dass jeder – auch ohne eine wissenschaftliche Ausbildung – damit arbeiten kann.

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